Donnerstag, 6. März 2014

Das IMAN (Islamophobia Monitoring & Action Network) – Projekt


Stellen Sie sich ein Land vor, in dem es Muslimen verboten ist, Restaurants zu betreten, nicht gestattet ist, zu arbeiten, und die auf offener Straße geschlagen werden. Ein Land, in dem muslim-ische Männer mit Bart nicht in der U-Bahn sitzen können, ohne wie die Pest gemieden oder beschimpft zu werden.
Stellen Sie sich ein Land vor, in dem es jeden Tag Übergriffe auf Moscheen gibt. Ein Land, in dem muslimische Friedhöfe jeden Monat geschändet werden. 
Stellen Sie sich vor, dass dieses Land nichts dagegen unternimmt. Würden Sie dies Weigerung nennen?
Oder würden Sie meinen, dass es derart unterschwellig ist und unterschätzt wird, dass die Regierung denkt, es sei ein neben-sächliches Problem? Jetzt stellen Sie sich vor, dieses Land sei in Wirklichkeit ein Kontinent. Nun haben Sie ein ziemlich gutes Bild des Problems Islamfeindlichkeit in Europa.

Einige wenige Organisationen in Europa bekämpfen tagtäglich Diskriminierung und Rassismus. Seit einigen Jahren bereits sind sie Zeuge eines Anstiegs von Menschenrechtsverletzungen mit Bezug zu Islamfeindlichkeit geworden. Bedauerlicherweise sammeln die meisten europäischen Staaten keine Daten zu islamfeindlichen Übergriffen oder haben keine klare Strategie, diese zu verhindern. Diese Untätigkeit ermöglicht es, dass Dis-kriminierung weiterhin besteht und europäische Muslime ohne einen Schutz dastehen.

Es besteht dringender Bedarf, Islamfeindlichkeit zu thema-tisieren, indem Übergriffe beobachtet und nachverfolgt, Opfer unterstützt und Polizei und Fachpersonal trainiert werden, um eine klare Botschaft zu senden: Islamfeindlichkeit ist in der Tat ein großes Problem; ein Problem, das Europa schädigt.

IMAN strebt an, Islamfeindlichkeit zu bekämpfen, indem ein Netzwerk von Organisationen in 8 europäischen Staaten geschaffen wird, um deren Kompetenzen zusammenzuführen und gemeinsame Standards zum Aufzeichnen von Vorfällen, zur Opferbetreuung mit rechtlichen Mitteln und dem Training von Fachkräften zu entwickeln. 

Europa hat zahlreiche Netzwerke, die sich dem Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen der Intoleranz verschrieben haben, aber kein Netzwerk, das seinen Fokus auf Islamfeindlichkeit legt. Wir haben die Absicht, dieses Netzwerk zu gründen und den Kampf gegen Islamfeindlichkeit zu unter-stützen. 

Die erwähnten Länder wurden aus soziologischen und politischen Gründen ausgewählt. Zunächst stellen wir fest, dass es bereits in vielen dieser Länder einen politischen Kontext, der verbunden ist mit einem Anstieg von rassistischen Handlungen und einem Machtzuwachs rechtsextremer Parteien. 


Elsa Ray ist Projektkoordinatorin des Islamophobia Monitoring & Action Networks (IMAN), sie lebt in Frankreich. Unter folgender Webadresse kannst Du mehr über das Projekt erfahren: 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen